Tomaš
2010 kam ich für ein Erasmus-Semester nach Graz. Geblieben bin ich ein ganzes Studienjahr. Zu meinen ersten Erinnerungen gehört der Besuch im International Office. Drei Mitarbeiterinnen empfingen mich mit einer solchen Herzlichkeit, dass meine Nervosität sofort verschwand. Bis dahin war das Auslandsstudium noch etwas Abstraktes gewesen. Dort wurde es plötzlich konkret. Ich hatte sofort das Gefühl, dass internationale Studierende hier nicht nur organisatorisch aufgenommen, sondern wirklich willkommen geheißen werden. Hier geht es zum vollständigen Uni-Graz-Moment.
Eva
Ich habe in den späten 1980er- und frühen 1990er-Jahren studiert, also in einer Zeit, in der es noch keine Handys gab. Nach meiner erfolgreich bestandenen Diplomprüfung bin ich von der Mozartgasse (wo die Prüfung war) zur Vorklinik gegangen – oder eigentlich geschwebt – und habe von dieser Telefonzelle aus meine Eltern angerufen: „Bestanden, ich bin mit dem Studium fertig!“
Sowohl die Telefonzelle als auch die Vorklinik gibt es nicht mehr, aber wenn ich dort vorbeigehe, spüre ich sie noch immer! Ich schwöre! Ich weiß auch noch ganz genau, welchen Blazer ich damals getragen habe – oversized und mit Schulterpolstern. Der wäre jetzt wieder modern …
Jörg
Die Universität Graz hat mich im Alter wieder eingeholt: Mit 22 Jahren Dr.iur., mit 77 Jahren BA der Slawistik. Zurzeit studiere ich am Zentrum für Südosteuropastudien.
Christoph
Zu meinem persönlichen Uni Graz Monat zählt jeweils der letzte Uni-Tag im Semester, da man anschließend dem Uniabschluss ein Stück nähergekommen ist.
Manuela
Es gibt sehr viele wunderschöne und besondere Erinnerungen, aber eine Erinnerung wird mir (und wahrscheinlich auch vielen anderen SOWI-Student:innen, die rund um 1995 studiert haben) ewig in Erinnerung bleiben: Abendvorlesungen mit Prof. Svoboda vom Institut für Produktion und Investition im "Heizhaus" (Hörsaal G).
Sarah
Ein wunderbarer Moment war der meiner Defensio (für den Mag.): Im Zuge der Defensio hat mich die Frau Prof. gefragt, ob ich für sie arbeiten möchte. So hat sich eine 4-jährige Univ.ass. Tätigkeit ergeben. Ich habe extrem viel gelernt. Ich bin der Frau Prof. sehr dankbar!
Hanno
Im Rahmen der Uni-brennt-Bewegung 2009 haben wir den Hörsaaltrakt der Vorklinik über mehrere Monate besetzt, ein alternatives Lehrveranstaltungsangebot ebenso initiiert wie ein Kulturprogramm, das von Robert Menasse über Josef Hader bis hin zu Punk-Konzerten gereicht hat, und durchaus fruchtbare Gehversuche in Sachen tatsächlich partizipative Demokratie und selbstverantwortliche Selbstverwaltung unternommen, für die uns sogar die Reinigungskräfte gelobt haben, weil es während der Besetzung abends sauberer war als bei regulärem Unibetrieb.
Im Zuge dieser Protestbewegung hat am Abend des 10. Dezember der kommunistische Widerstandskämpfer Willi Gaisch vor hunderten Studierenden im besetzten Hörsaal A über den Kampf gegen Austro- und Nazifaschismus gesprochen – und im Zuge des Zeitzeugengesprächs einen Schlaganfall erlitten, dessen Folgen er am Tag danach erlegen ist. Der Hörsaal trug bis zum Abriss der Vorklinik seinen Namen.
Nikol
Im ersten Semester an der Uni Graz, mitten in der Vorbereitung auf die ABWL-Prüfung, begegnete mir eine Person, die meinen Weg bis heute prägt: Svetlana. Was als gemeinsames Lernen begann, entwickelte sich schnell zu einer tiefen Verbundenheit. Von intensiven Lerneinheiten in der Bib über wilde Partys bis hin zur gemeinsamen WG während der Corona-Zeit – wir sind durch dick und dünn gegangen.
Auch Svetlanas Umzug nach Wien im Jahr 2022 konnte unserer Freundschaft nichts anhaben. Im Gegenteil: Fast genau zehn Jahre nach unserem Kennenlernen im Hörsaal durfte ich die Ehre übernehmen, ihre Trauzeugin zu sein. Es zeigt sich immer wieder: Das Wertvollste, was man von der Universität mitnimmt, ist oft nicht nur das Diplom, sondern die Menschen, die einen auf dem Weg begleiten. Für diese Verbindung bin ich sehr dankbar.
Paul
Während meiner Studienzeit an der Uni Graz gab es unzählige schöne Momente, doch der schönste war, als ich nach der letzten Bachelor-Prüfung, die ein Freund und ich gemeinsam bestanden hatten, mit ebendiesem den winterlichen Schöckl bestieg und wir den erfolgreichen Studienabschluss gemeinsam bei einem Essen feierten. Wir hatten gemeinsam viel Zeit in diversen Kursen und beim Lernen verbracht und wurden enge Freunde. Die Zeit in Österreich und damit drei aufregende Jahre, in denen ich viel gelernt und neue Freunde gefunden habe, sind mit diesem Tag zu einem großartigen Abschluss gekommen und ich blicke dankbar auf die Zeit zurück!
Werner
Es gab Professoren mit ausgeprägtem Charakter, großem Wissen und in aller Regel Zugang zur Praxis, wie zB den Kirchenrechtslehrer Helmut Schnizer, der sich ua perfekt in Latein unterhalten konnte, ein umfassendes Detailwissen aufzuweisen hatte und dabei gleichzeitig über ein breites generelles juristisches und wirtschaftliches Fachwissen verfügte oder Christian Brünner, der trotz seiner damaligen Mehrfachbelastung als Rektor der Karl-Franzens-Universität und Vorsitzender der Österreichischen Rektorenkonferenz keine einzige seiner Lehrveranstaltungen ausfallen ließ und schon frühzeitig moderne Themen (wie zB Datenschutzrecht, Umweltrecht, Genderrecht) auf hohem fachlichen Niveau vermittelt hat oder Waldemar Jud, der seine Lehrveranstaltungen mit reicher Erfahrung aus der Praxis und seinem brillanten juristischem und wirtschaftlichen Fachwissen in einer Art und Weise gestaltet hat, dass es mir immer leidgetan hat, wenn seine Vorlesung wieder (viel zu schnell) vorbei war.
Fein war es auch, dass es de facto keine Anwesenheitspflicht gab: Dort, wo aus Lehrbüchern mehr zu erfahren war, konnte man sich den Weg in den Hörsaal mit ruhigen Gewissen und ohne Sanktionsdruck entziehen. Mit einem Wort: Es gab viele ausgezeichnete Professoren, von denen man gerne „belehrt“ wurde und die bis heute als Vorbilder taugen.
Christa
Leider ist mein Studium zu einem großen Teil in die Coronazeit gefallen. Daher waren sehr viele Vorlesungen online. Besonders in Erinnerung ist mir geblieben, dass Fr. Dr. Friehs meine Masterarbeit bei der ersten Begutachtung so beurteilt hat: „Tolle Arbeit! Wirklich gut gemacht! Stellen Sie alles fertig und reichen Sie die Arbeit ein!“ Da habe ich mich riesig gefreut!!
Silvia
Mein persönlicher Uni-Graz-Moment war nach meiner Sponsion, als meine Mama mich mit einem Lorbeerblätter Kranz gekrönt hat! (In Italien gaz typisch nach einem Universitätsabschluss). Ich war so glücklich, dass ich Schmerzen in den Wangen und am Kopf hatte vor lauter Lächeln und Lachen.
Florian
Mein persönlicher Uni-Graz-Moment ist aus einer Fülle an schönen Erinnerungen schwer zu wählen. Nichtsdestotrotz nenne ich hierbei die Teilnahme an jeder einzelnen praktischen Übung im Spowi-Studium. Geprägt von offenen Kolleginnen und viel Spaß, und gleichzeitig Herausforderungen machen diese Erlebnisse unvergesslich.
Brigitte
Im Jahr 1989 habe ich das organische Labor von Hans-Wolfgang Schramm absolviert. Ich habe es geliebt!
Sandra
Die Erinnerung die ich bis heute mit meiner Studienzeit verbinde ist der Moment, als ich das erste Mal mit dem 63er vom Hauptbahnhof (ich bin nicht in Graz aufgewachsen) zur Uni gefahren bin. Als ich dort um die Kurve gefahren bin, das Hauptgebäude zum ersten Mal gesehen habe, die Durchsage: "Universität Graz - University of Graz" gehört habe und mir gedacht habe: da verbringe ich jetzt die nächsten paar Jahre, war total aufregend.
Heinrich
Eine wunderschöne Erinnerung ist das einzigartige Ambiente des ehemaligen Instituts für Romanistik in der Johann-Josef Fux Gasse nämlich die Villa Malwine des Sprachwissenschafters Hugo Schuchardt. Ich denke gerne an die Stunden in der Bibliothek mit dem schönen, knarrenden Parkettboden und an den Garten mit den alten Obstbäumen, der zum Verweilen während der Proseminarpausen einlud.
Irmgard
Ein ganz besonderer Moment - neben ganz vielen anderen wichtigen, unwichtigen, berührenden, schwierigen und lustigen Momenten, die ich mit meiner Studienzeit an der Grazer Uni verbinde - ist wohl der Tag meiner Promotionsfeier: Meine Eltern konnten selbst nicht studieren, die Situation um und nach dem 2. Weltkrieg hat es ihnen verunmöglicht. Als Eltern haben sie aber alles ihnen Mögliche darangesetzt, dass sie ihren Kindern trotz schwieriger pekuniärer Situation dieses Ziel ermöglichen konnten - und ich war die Erste! Zur Feier reisten meine Eltern in ihrer Sonntagskleidung 4 Stunden lang an. Den berührenden Moment, als mein Vater die Treppen in den ersten Stock zur Aula bewusst hinaufschritt, werde ich nie vergessen - dieses Gefühl, dass er - zeit- und personversetzt - zu seiner eigenen Promotionsfeier schritt, dass das Schicksal etwas gutgemacht hatte, war deutlich spürbar. In mir machten sich tiefe Dankbarkeit und die Freude, dass ich ihm diesen stellvertetenden Moment verschaffen konnte, breit - das spüre ich noch jetzt, wo ich diese Zeilen schreibe.
Manfred
Gerne erinnere mich an Prof. Kochers gekoppelte Vorlesung & Übung aus Rechtsgeschichte, in der er aufgrund der langen Dauer der LV eine Pause einschub und die Hörer zu Tee und Keksen in seinem Institut einlud, wo man sich auch sehr entspannt mit ihm unterhalten konnte. Natürlich war der schönste Moment das letzte bestandene Rigorosum, davor lagen 11 Semester durchgetaktetes nebenberufliches Jus-Studium, denn ich konnte an den Vorlesungen und Übungen bis 15 Uhr nicht teilnehmen. Eine große Hilfe waren die prüfungsbezogenen Repetitorien in einigen Schwerpunktfächern. Einige Professoren lernte ich erst bei den Prüfungen kennen, deren Ergebnis aber besser war als in manchen anderen Fächern, weil ich mich dafür wirklich gründlich vorbereiten musste. Ich bin vielen Professoren dankbar, dass sie sich ausreichend Zeit und Geduld für die Beantwortung meiner Fragen genommen haben.
Sajid
My most memorable “Uni Graz moment” takes me back to the night of November 4, 2008 — the U.S. presidential election. The University organized a live viewing event where students gathered to follow the results together, creating a truly engaging and international atmosphere.
As part of the evening, a quiz related to the election was held, with participants submitting their answers in advance. I still remember the excitement when the results were announced — I was the only participant who had answered all the questions correctly, which was a very rewarding and memorable moment. In addition, a prize (an iPod) was awarded through a lucky draw among all participants, adding to the spirit of the evening.What stayed with me most, however, was the sense of global awareness, community, and intellectual exchange that defined that night. It reflected the unique environment at the University of Graz — one that encouraged curiosity beyond disciplines and borders.
Today, I am honored to serve the global scientific community as part of the American Chemical Society’s Committee on Membership Affairs (MAC), contributing to international engagement and membership development . I am also actively engaged with the Malta Conferences, promoting science diplomacy and collaboration across geopolitical boundaries.
Looking back, I realize that the seeds of this global perspective were planted during my time at Uni Graz. It was not just a place of study, but a foundation for international scientific dialogue and impact.
Andrea
Wir sind so ungefähr im SS 2000, als an der Rewi-Fakultät gerade das Anmeldesystem ELEXA eingeführt wurde. Das System hatte diverse Kinderkrankheiten und für einige Kurse wurde dann doch wieder auf persönliche Anmeldung umgestellt. Besonders die Kurse aus Arbeitsrecht waren damals gefragt und die Angst, keinen Kursplatz zu bekommen, entsprechend groß. Also beschloss unsere Uni-Runde aus der Anmeldung ein Abenteuer zu machen. Wir haben uns zum normalen Fortgehen getroffen und waren bis halb vier in den diversen Uni-Lokalen, ab vier Uhr früh standen wir schon vor den Türen des Arbeitsrecht-Sekretariats. Als um 9 Uhr dann die Anmeldung losging, waren wir zwar müde, hatten aber den kostbaren Kursplatz in der Tasche. Es war ein lustiges Event und einfach so ein Gefühl von Zusammenhalt unter den Anwesenden. Insgesamt sicher lustiger als der Kurs danach.
Adolf
Mein persönlicher Höhepunkt der Grazer Unizeit war für mich die Promotion zum Doktor der Philosophie mit akademischem Gelöbnis und feierlicher Überreichung der Promotionsurkunde vor mehr als 40 Jahren am 19. Juli 1985.
Gudrun
Im Rahmen meines Alten Geschichte Studiums machten wir in der Lehrveranstaltung von Frau Prof. El-Hotabi einen Ausflug in das Kunsthistorische Museum Wien. Herr Prof. Heribert Aigner, der leider viel zu früh verstorben ist, hat uns begleitet. Um die Mittagszeit hat Frau Prof. El-Hotabi alle Teilnehmer auf ein Getränk eingeladen. Alle waren da, nur einer fehlte, Herr Prof. Aigner. Frau Prof. El-Hotabi hat mich gebeten, ihn zu suchen. Es dauerte nicht lange, da fand ich ihn auf seinem Bauch liegend, vor einem römischen Sarkophag. Es war ein Anblick für Götter, mein hochgeschätzter Herr Professor und späterer Doktorvater auf dem Boden liegend. Das Schmunzeln konnte ich mir nicht verkneifen. Ich fragte ihn neugierig, was er denn da mache. Dann erst fiel mir sein kleiner Fotoapparat auf. Er antwortete mit einem verschmitzten Lächeln: ˶Ja weißt Du, ich fotografiere gerade den Fuß des Reiters in der unteren rechten Ecke. Das wird die nächste Prüfungsfrage für meine Einser-Kandidaten. Bin gespannt, ob einer dahinterkommt, woher der Fuß stammt….˝ Ob er diese Prüfungsfrage je gestellt hat und ob jemand die Lösung wusste, weiß ich nicht, aber das war Heribert Aigner, wie er leibte und lebte.
Barbara
An einem mit Übungen /Seminaren und VO voll gepackten Tag, bin ich in einer Pause zwischen den LV am Campus mit einer Studienkollegin spazieren gegangen, um den Kopf frei zu bekommen. Meine Gedanken kreisten mit Sorge um die Prüfung am nächsten Tag, während ich mich mit ihr über die letzte LV unterhielt. Plötzlich steht ein Studienkollege vor uns. Sieht unsere Gesichter und fängt an mit uns zu reden. 10 min später sind wir mit einer Vapiano Pizza in der Wiese vorm Hauptgebäude gesessen bei schönstem Sonnenschein und plötzlich war all der Stress vergessen. Wir haben geredet und gelacht und ich bin total gut gelaunt und entspannt in die nächste LV.
Herbert
Die Erinnerungen an meine Studienzeit gehen in das Jahr 1969 zurück. Damals gab es das Studienfach Informatik in Österreich noch nicht. Aber das Institut für angewandte Mathematik (unter Univ.-Prof. Rudolf Albrecht) beschäftigte sich bereits mit numerischer Mathematik. Ein Assistent an diesem Institut (Dr. Günther Gell) beschäftigte sich aber auch schon mit nicht numerischen Anwendungen. Er studierte etliche Bücher von amerikanischen Informatikern (z.B. Donald E. Knuth u.a.). Dr. Günther Gell wurde später Universitäts-Professor an der medizinischen Fakultät bzw. an der Medizinischen Universität Graz. Hier geht es weiter.
Elisabeth
Mein Studienstart im Wintersemester 1965/66. Kleine Überraschung gleich am Anfang: In den ersten zwei Semestern musste ich das Latinum nachholen. Im Wintersemester 1966/67 ging es dann los mit dem Jusstudium.
Isabella und Dominik
Mein jetziger Mann und ich haben uns 2013 bei einem Seminar vom Institut Banken und Finanzierung im Bachelor kennengelernt und dann den Master gemeinsam gemacht. Heute sind wir seit sieben Jahren verheiratet und haben zwei wundervolle Töchter. Wenn wir mit ihnen am Uni-Gelände das Radfahren üben, denken wir immer gerne an die Zeit im SOWI Gebäude zurück.
Dafina
My roommate and I during my time at the University of Graz