Die Studienzeit an der Universität Graz ist voller prägender Momente – großen und kleinen, lauten und leisen. Ein spontanes Gespräch, das alles verändert hat. Ein Erfolg, auf den man lange hingearbeitet hat. Oder einfach ein Augenblick, der geblieben ist. Wir haben die Alumni Community gefragt: Was war euer ganz persönlicher Uni-Graz- Moment? Ein kleiner Streifzug durch fast 70 Jahre Studierendenleben.
Elisabeth
Rechtswissenschaften
Mein Studienstart im Wintersemester 1965/66. Kleine Überraschung gleich am Anfang: In den ersten zwei Semestern musste ich das Latinum nachholen. Im Wintersemester 1966/67 ging es dann los mit dem Jusstudium.
Jörg
Rechtswissenschaften und Slawistik
Die Universität Graz hat mich im Alter wieder eingeholt: Mit 22 Jahren Dr.iur., mit 77 Jahren BA der Slawistik. Zurzeit studiere ich am Zentrum für Südosteuropastudien.
Hanno
Geschichte
Im Rahmen der Uni-brennt-Bewegung 2009 haben wir den Hörsaaltrakt der Vorklinik über mehrere Monate besetzt, ein alternatives Lehrveranstaltungsangebot ebenso initiiert wie ein Kulturprogramm, das von Robert Menasse über Josef Hader bis hin zu Punk-Konzerten gereicht hat, und durchaus fruchtbare Gehversuche in Sachen tatsächlich partizipative Demokratie und selbstverantwortliche Selbstverwaltung unternommen, für die uns sogar die Reinigungskräfte gelobt haben, weil es während der Besetzung abends sauberer war als bei regulärem Unibetrieb.
Im Zuge dieser Protestbewegung hat am Abend des 10. Dezember der kommunistische Widerstandskämpfer Willi Gaisch vor hunderten Studierenden im besetzten Hörsaal A über den Kampf gegen Austro- und Nazifaschismus gesprochen – und im Zuge des Zeitzeugengesprächs einen Schlaganfall erlitten, dessen Folgen er am Tag danach erlegen ist. Der Hörsaal trug bis zum Abriss der Vorklinik seinen Namen.
Tomaš
Anglistik/Amerikanistik
2010 kam ich für ein Erasmus-Semester nach Graz. Geblieben bin ich ein ganzes Studienjahr. Zu meinen ersten Erinnerungen gehört der Besuch im International Office. Drei Mitarbeiterinnen empfingen mich mit einer solchen Herzlichkeit, dass meine Nervosität sofort verschwand. Bis dahin war das Auslandsstudium noch etwas Abstraktes gewesen. Dort wurde es plötzlich konkret. Ich hatte sofort das Gefühl, dass internationale Studierende hier nicht nur organisatorisch aufgenommen, sondern wirklich willkommen geheißen werden.
Eva
Germanistik/Medienfächerbündel
Ich habe in den späten 1980er- und frühen 1990er- Jahren studiert, also in einer Zeit, in der es noch keine Handys gab. Nach meiner erfolgreich bestandenen Diplomprüfung bin ich von der Mozartgasse (wo die Prüfung war) zur Vorklinik gegangen – oder eigentlich geschwebt – und habe von dieser Telefonzelle aus meine Eltern angerufen: „Bestanden, ich bin mit dem Studium fertig!“
Sowohl die Telefonzelle als auch die Vorklinik gibt es nicht mehr, aber wenn ich dort vorbeigehe, spüre ich sie noch immer! Ich schwöre! Ich weiß auch noch ganz genau, welchen Blazer ich damals getragen habe – oversized und mit Schulterpolstern. Der wäre jetzt wieder modern …
Brigitte
Pharmazie
Im Jahr 1989 habe ich das organische Labor von Hans-Wolfgang Schramm absolviert. Ich habe es geliebt!
Isabella und Dominik
Betriebswirtschaft
Mein jetziger Mann und ich haben uns 2013 bei einem Seminar vom Institut Banken und Finanzierung im Bachelor kennengelernt und dann den Master gemeinsam gemacht. Heute sind wir seit sieben Jahren verheiratet und haben zwei wundervolle Töchter. Wenn wir mit ihnen am Uni-Gelände das Radfahren üben, denken wir immer gerne an die Zeit im SOWI Gebäude zurück.