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Nachbericht: Tenterden (United Kingdom) 2018/19

von Christoph Schneeweiss

Unternehmen: Homewood School and Sixth Form Center
Studium: Lehramt Englisch, Geschichte, Sozialkunde und politische Bildung 
Zeitraum: Oktober 2018 bis Mai 2019

Erste Schritte und Vorbereitung:

Mein Abenteuer in England begann bereits viele Monate vor meiner Ankunft im United Kingdom. Ich bewarb mich bei der Plattform "weltweit unterrichten", die dem Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung untersteht, für eine Stelle als Sprachassistent im United Kingdom. Anschließend musste ich einige Hürden meistern, unter anderem ein Interview in Wien. Letzten Endes war ich dann einer der 35 glücklichen aus über 100 Bewerbern, die eine Stelle in England angeboten bekamen. Mir wurde eine Stelle im Süden von England offeriert, genauer gesagt in einer Kleinstadt im Verwaltungsbezirk Kent. Bevor ich meine Reise nach Tenterden antreten konnte, galt es, noch einige Sachen abzuklären. Jedoch wurde mir vieles von meiner Aufnahmeorganisation abgenommen. Ich bekam im Juli eine E-Mail vom Personalmanagement der Schule. Dort wurde mir mitgeteilt, welche Unterlagen ich in England benötigen werde und wer meine Betreuungslehrerin an der Schule sein wird. Mit meiner Mentorin habe ich dann alle weiteren Einzelheiten besprochen. Natürlich habe ich auch meinen Flug bereits frühzeitig gebucht und mich erkundigt, welche Fluglinie den für mich günstigsten Airport anfliegt. Dies war in meinem Fall Easyjet und der Flughafen London Gatwick. Meine weiteren Vorbereitungen umfassten vor allem das Besorgen von wichtigen Dokumenten und das Sammeln von authentischem Unterrichtsmaterial über den Sommer. Außerdem erkundigte ich mich bereits vorab bei diversen Behörden, welche Dokumente ich nach meiner Rückkehr benötigen werde. 

Ein paar Tipps für die Wohnungssuche:

Bezüglich der Unterkunftssuche kann ich aus persönlicher Erfahrung folgende Ratschläge geben: Falls es möglich ist, lasst euch von eurer Aufnahmeorganisation bei der Suche helfen. Sollte dies nicht möglich sein würde ich raten, schon vorab ins UK zu fliegen und selbst vor Ort nach einer Wohnung zu suchen. Annoncen findet man in diversen Zeitungen und auch online. Eine sehr gute Webpage für diese Angelegenheiten ist https://m.spareroom.co.uk. Stellt euch außerdem darauf ein, dass ihr, falls ihr in London platziert werdet, mit enorm hohen Mietpreisen zu rechnen haben werdet. Daher wird es wohl das Beste sein, wenn ihr versucht, eine nette WG zu suchen, um die Kosten zu teilen. Dadurch kommt ihr auch gleich wesentlich besser mit den Menschen vor Ort in Kontakt.

Ich selbst hatte wirklich großes Glück und musste mich mit der Wohnungssuche nicht lange beschäftigen. Die Schule hat seit vielen Jahren eine Abmachung mit einer netten Dame, die nur wenige Gehminuten von der Schule entfernt wohnt. Somit war das Thema Wohnungssuche sehr schnell erledigt. Auch bei meiner Ankunft am Flughafen hatte ich wirkliches Glück mit meiner Vermieterin. Diese hatte sich nämlich bereit erklärt, mich vom Flughafen abzuholen. Das hat mir jede Menge Mühe und Geld gespart. Denn der Gedanke daran, mein Gepäck quer durch London schleppen zu müssen, löste nicht gerade Hochgefühle bei mir aus.

Meine Schule und mein Tätigkeitsbereich:

Nun aber zu meiner Schule selbst. Die Schule hat 3500 SchülerInnen, über 500 MitarbeiterInnen, spezialisiert sich auf den Bereich Kunst und bietet eine breite Palette von Fächern an. Die SchülerInnen an dieser Gesamtschule sind zwischen 11 und 18 Jahren alt. Sogar eine Farm ist auf dem Schulgelände, da man dort auch eine landwirtschaftliche Ausbildung machen kann. Mein Department war das Sprachendepartment. Dort hatte ich insgesamt 10 KollegInnen aus diversen Fachbereichen. Die Fremdsprachen, die an der Schule unterrichtet werden, sind Französisch, Chinesisch und Deutsch. Es gab auch eine französische und eine chinesische Sprachassistentin, die gemeinsam mit mir bei meiner Vermieterin gelebt haben.

Mein Department war zu meinem Praktikumszeitpunkt auf insgesamt drei verschiedene Gebäude aufgeteilt, zwischen denen ich während des Tages hin und her gewandert bin. Ich habe mit fünf verschiedenen Lehrern zusammengearbeitet. Meine Arbeit fand zumeist in einem Team Teaching Setting statt, aber ich habe die Kinder auch in Einzelarbeit oder in Kleingruppen betreut. Ich war auch bei zwei Schulausflügen mit dabei. Einer davon führte mich nach Lille, der andere nach London. Außerdem habe ich auch an einem Projekt mitgearbeitet, welches mich in die umliegenden Grundschulen geführt hat. Dort habe ich einige Deutschstunden abgehalten.

Noch kurz zu meinem Tätigkeitsfeld: Hauptsächlich wurde ich als Assistenzlehrer eingesetzt. Ich habe den Schülerinnen und Schülern bei ihren Aufgaben geholfen und sie zwischendurch auch mal durch ein mahnendes Wort zum Arbeiten animiert. Abgesehen davon habe ich mit den SchülerInnen auch nach der Schule in Einzelarbeit weitere Inhalte erarbeitet und zu guter Letzt auch einige Stunden selbst gehalten. In diesen Stunden habe ich den Kindern Österreich, sein Brauchtum und die kulturelle Vielfalt des Landes nähergebracht. Falls ihr vor einer ähnlichen Aufgabe stehen solltet, rate ich euch, viel Geduld mitzubringen, da es mehr als einmal passieren wird, dass man Österreich mit Australien verwechselt. 

Das Leben im United Kingdom:

Das Leben im UK kann sehr schnell sehr teuer werden, wenn man das System dort nicht durchblickt. Ich habe mir im Verlaufe meines Aufenthalts diverse Ermäßigungskarten besorgt, unter anderem eine Railcard. Daher kann ich folgenden Tipp zukünftigen StudentInnen, die ins UK gehen wollen, gerne mit auf den Weg geben: Erkundigt euch vorab bezüglich diverser Ermäßigungskarten. Nicht nur für den Zug, auch eine ISIC-Karte oder eine Mitgliedschaft bei YHA ist sehr zu empfehlen, da sich dadurch viel Geld sparen lässt. Auch die Trainline-App ist ein Muss. Besonders am Anfang ist diese App exzellent, da sie dabei hilft, die günstigsten Zugtickets zu buchen. Dies ist im Tarifdschungel der englischen Bahnunternehmen mitunter nicht immer einfach. Ratsam ist auch das Besorgen eines internationalen Studentenausweises. Bezüglich eines Autos hängt es davon ab, ob ihr euch im urbanen Raum aufhaltet oder nicht. In der Stadt ist ein Auto meiner Meinung nach überflüssig. Der städtische Nahverkehr sowie das Bahn- und Bus-Netz sollten euch eigentlich problemlos überall hinbringen. Falls ihr euch am Land aufhaltet, dann sieht die Sache anders aus. Im Nachhinein würde ich mir ein Auto kaufen, wenn ich jetzt noch einmal acht Monate dort wäre. Ohne Auto ist es dort sehr mühsam, da die Busse am Land nur selten und sehr unregelmäßig fahren. Besonders Tagesausflüge sind so nur sehr schwer möglich. 

Ein weiterer Punkt, den ich kurz ansprechen möchte, sind Versicherungen. Ich war in England über die NHS (National Health Service) krankenversichert. Ich habe aber dennoch eine zusätzliche Versicherung beim ÖAMTC abgeschlossen, bevor ich abgereist bin. Diese Versicherung kostet 40 Euro und nennt sich Touring-Mitgliedschaft. Inkludiert ist unter anderem ein etwaiger Rücktransport nach Österreich im Falle eines Unfalls oder auch ein Unkostenbeitrag, falls eure Dokumente verloren gehen sollten. 

Mein Fazit:

Abschließend bleibt mir noch zu sagen, dass ich eine Auslandserfahrung jedem sehr ans Herz legen kann. Es ist ein unvergessliches Erlebnis und eine einmalige Erfahrung, die man so nie wieder im Leben machen kann. Ich möchte diesen Bericht mit einem Zitat von Mark Twain abschließen: 

Twenty years from now you will be more disappointed by the things you didn’t do than by the ones you did. So, throw off the bowlines. Sail away from the safe harbour. Catch the trade and wind in your sails. Explore, Dream, Discover. 

alumni UNI graz

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Telefon:+43 (0)316 380 - 1820

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