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Nachbericht: Stockholm (Schweden) 2019

von Johanna Trummer

Unternehmen: Stockholm Resilience Center
Studium: Umweltsystemwissenschaften - Geographie
Zeitraum: März bis Mai 2019

Schon während meines Umweltsystemwissenschaften/Geographie-Bachelorstudiums absolvierte ich einen einsemestrigen ERASMUS+ Aufenthalt in Uppsala, Schweden. Nach meinem Studium stand für mich fest, dass ich mich gerne noch intensiver mit der Forschung rund um Nachhaltigkeits- und Umweltthemen auseinandersetzen möchte, bevorzugterweise wieder in Schweden. Denn hier wird sehr offen und interdisziplinär über diese Themen diskutiert. Als ich meinen Bachelor nach dem Wintersemester 2018/19 abgeschlossen hatte, suchte ich mir eine Praktikumsstelle für das darauffolgende Semester. Ich informierte mich über diverse Institutionen, die sich mit für mich interessanten Themenbereichen auseinandersetzten, und kam schlussendlich mit meinem Betreuer am Stockholm Resilience Ceter (SRC) in Kontakt. Ich organisierte mir das Praktikum selbst, da es sich aber um eine unbezahlte Stelle handelte, suchte ich um einen Zuschuss für ein ERASMUS-Praktikum für kürzlich Graduierte an. Nachdem ich den Praktikumszuschuss garantiert bekommen hatte, verbrachte ich zwei Monate von März bis Mai in Stockholm.

Kontaktaufnahme mit dem Unternehmen:

Die Kontaktaufnahme mit dem Institut war am Anfang etwas kompliziert, denn am Stockholm Resilience Center werden keine Praktikumsplätze ausgeschrieben, sondern man muss direkt mit einer Forschungsgruppe in Kontakt treten. Ich kontaktierte verschiedenste Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und kam so schließlich mit meinem Betreuer in Kontakt. Danach gestaltete sich die Organisation als sehr unkompliziert und die meisten Formalitäten wurden erst vor Ort geklärt.

Reisevorbereitungen und Reise:

Ich musste kaum Reisevorbereitungen treffen, da ich die Möglichkeit hatte, während der Dauer des Praktikums bei Freunden in Uppsala zu wohnen. Deswegen musste ich mich hauptsächlich um die Formulare für das ERASMUS Alumni Praktikum kümmern.

Stockholm selbst hat zwei Flughäfen, die regelmäßig aus Wien angeflogen werden. Mit WIZZ Air kann man außerdem billig (um ca. 50€ pro Richtung) nach Skavsta fliegen. Dieser Flughafen liegt ungefähr 90 Minuten südlich von Stockholm, aber es gibt einen Shuttlebus, der zwischen Flughafen und Stockholm Hauptbahnhof verkehrt. Da ich mein Praktikum in Stockholm machte, aber in Uppsala wohnte, musste ich täglich mit dem Pendlerzug 50 Minuten hin und her pendeln.

Details zum Stockholm Resilience Center:

Das Stockholm Resilience Center befindet sich südlich des Stockholm University Campus an einem See. Dieser bietet die Möglichkeit, die Mittagspause für einen Spaziergang im Wald zu nutzen, im Sommer Kanu zu fahren oder im Winter sogar Eislaufen zu gehen.

Das SRC ist sehr einfach mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Einerseits hält der Bus Nr. 50 direkt vor der Tür und andererseits kann man das Institut in ca. 10 Minuten von der U-Bahnstation „Stockholm Universitetet“ erreichen. Das Institut hat ungefähr 100 Angestellte, die an unterschiedlichsten Forschungsprojekten zu den Themen Nachhaltigkeit und sozio-ökologische Resilienz forschen. Diese sind in folgende drei Übergruppen gegliedert: urbaner Raum, Marine und Landschaft. Die meisten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden nur für spezielle Projekte angestellt und sind sonst in anderen Unternehmen oder an der Uni tätig. Es wird hauptsächlich auf Englisch kommuniziert, da sehr viele verschiedene Nationalitäten vertreten sind. Im SRC hat niemand einen fixen Arbeitsplatz, denn es wird das Prinzip des „Open Working Space“ angewandt. Man kann sich also jeden Tag einen neuen Schreibtisch in einem neuen Büro aussuchen. Der Sinn davon ist, besser mit anderen Forschungsbereichen in Kontakt kommen und sich leichter untereinander austauschen zu können. Jeden Montag gibt es ein Meeting, das während der Mittagspause abgehalten wird. Hier werden neue Forschungsergebnisse präsentiert sowie Neuigkeiten und Termine bekannt gegeben. Außerdem essen die meisten Angestellten täglich gemeinsam zu Mittag in einer Gemeinschaftsküche, in der das mitgebrachte Mittagessen in Tupperdosen aufgewärmt wird.

Organisation der Unterkunft in Schweden:

Da es in Stockholm sehr schwierig ist, für so einen kurzen Zeitraum eine Unterkunft zu finden, habe ich mich dafür entschieden, bei Freunden zu wohnen. Nördlich des Universitätscampus liegt aber das größte Studentenheim Stockholms, dass sich „Lappis“ nennt. Hier kann man sich für ein Zimmer in einem Korridor für zwölf Personen mit eigenem Bad und geteilter Küche bewerben. Man muss aber mit monatlichen Mietpreisen von mehr als 400€ rechnen. Ansonsten ist es in Stockholm üblich als Untermieter ein Zimmer zu beziehen oder sich auf Airbnb umzuschauen.

Mein Tätigkeitsbereich am SRC:

Während meines Praktikums am SRC arbeitete ich an einem Projekt mit, das sich mit dem Zusammenwirken von Niederschlag und Regenwald in der Region Kongo beschäftigte und deren Auswirkungen auf die Landwirtschaft untersuchte. Mein Aufgabenbereich war es, die Modellierung des Kongo Regenwaldes über einer Zeitspanne von 1500 Jahren durchzuführen und die erlangten Daten zu analysieren. Ich arbeitete mit der Programmiersprache R, die am häufigsten am SRC benutzt wird. Einmal wöchentlich traf ich mich mit meiner Arbeitsgruppe und jeder präsentierte seine Fortschritte.

Tipps zum Leben in Stockholm:

In Stockholm und auch allgemein in Schweden ist es nicht unbedingt nötig, schwedisch zu sprechen, denn fast jeder spricht fließend Englisch und es lassen sich auch viele Begriffe aus dem Deutschen ableiten. Stockholm ist definitiv eine Großstadt, obwohl es auf den ersten Blick nicht so wirkt, weil die Stadt sich über viele kleine Inseln zieht. Wenn man in Stockholm wohnt, zahlt es sich auf jeden Fall aus, ein Fahrrad zu kaufen. Das Fahrradwegnetz ist sehr gut ausgebaut und die Öffitickets vergleichsweise zu Graz eher teuer. Für eine Fahrt zahlt man umgerechnet ungefähr 3€. In Stockholm selbst gibt es einiges zu besichtigen, regelmäßige Kunst- und Kulturevents und es gibt immer wieder Aktionen, sodass Museen gratis besucht werden können. Falls man im Winter in Schweden ist, lohnt es sich, eine Zugreise bis nach Lappland zu machen, um die Polarnacht zu erleben und eventuell auch Polarlichter zu sehen. Rund um Stockholm gibt es viele Waldwege und kleine Hütten, die sich für mehrtägige Wanderausflüge perfekt eignen. Außerdem kann man von Stockholm aus mit Ausflugsbooten die kleinen Inseln, die den Schärengarten von Stockholm ausmachen, besichtigen oder auch die Fähre nach Helsinki, Riga und Tallinn nehmen. Diese Fährenausflüge sind besonders bei Studierenden sehr beliebt, weil man schon unter 20€ in ein anderes Land und wieder zurückkommt.

alumni UNI graz

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